Pensionierungswelle in Krankenhäusern steht bevor: SP-Binder ortet noch mehr Druck auf MitarbeiterInnen - Blog - Regional-Magazin

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Pensionierungswelle in Krankenhäusern steht bevor: SP-Binder ortet noch mehr Druck auf MitarbeiterInnen

Herausgegeben von in Politik ·
3. Landtagspräsident & SP-Gesundheitssprecher Peter Binder befindet sich derzeit auf Tour zu Regionalkliniken, um Sorgen und Wünsche der MitarbeiterInnen entgegenzunehmen. Sechs von neun Standorten mit insgesamt 7.000 MitarbeiterInnen hat er bereits besucht.  Binders Resümee: „Neben Ärzten und Pflegepersonal nicht auf die Menschen im Hintergrund vergessen, die für Betrieb unverzichtbar sind!“  
 
Morgen, Montag, sind genau 100 Tage vergangen, seitdem sich der neue Landtag konstituiert hat. In der konstituierenden Sitzung am 23. Oktober 2021 wurde auf Vorschlag der SPÖ Landtagsabgeordneter Peter Binder zum 3. Landtagspräsidenten gewählt. Großes Anliegen ist dem Gesundheitssprecher des SPÖ-Klubs im Landtag die Bewältigung der Corona-Pandemie, eine transparente Analyse des Krisenmanagements sowie die Umsetzung der daraus resultierenden Erkenntnisse zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Oberösterreich. Aus diesem Grund hat sich Binder als Präsident aufgemacht, die Regionalkliniken der Gesundheitsholding des Landes Oberösterreich zu besuchen. Zwei Drittel des Besuchspensums hat er mittlerweile absolviert, offen sind von den insgesamt neun Standorten nur noch Schärding, Gmunden sowie das Kepler Universitätsklinikum. „Ich wurde in allen Häusern sehr herzlich begrüßt, von Führungs- wie von BelegschaftsvertreterInnen. Mir wurde erst bei den Besuchen so richtig bewusst, wie sehr sich die Verantwortungsträger in unseren Spitälern den direkten Austausch mit der Politik wünschen“, resümiert 3. Landtagspräsident Peter Binder.
 
Erkenntnisse aus dem Krisenmanagement für die Zeit nach der Krise konnte er einige gewinnen: „Es zeigt sich, dass die Krise in erster Linie durch die Führung vor Ort und gute Teamarbeit bewältigt werden konnte. Auch das trägerübergreifende Zusammenarbeiten zwischen den Krankenhäusern sollte unbedingt bestehen bleiben und intensiviert werden.
 
Was alle umtreibt, ist die Personalsituation, allerdings etwas anders, als ich mir das erwartet habe“, fasst Binder zusammen. Natürlich würde man sich mehr MitarbeiterInnen in der Pflege wünschen und bereitet auch der Ärztenachwuchs Sorgen. „Dabei zeichnet sich eine Verschärfung der Situation ab, da in ziemlich allen Häusern eine große Pensionierungswelle bevorsteht“, wurde Binder berichtet. Besonders drastisch sei die Lage bei jenen MitarbeiterInnen, die weniger im Licht der Öffentlichkeit stehen: „Die medizinische Technik und die Betriebstechnik wirken im Hintergrund, ohne ihr Zutun könnten Ärzte und Pflegepersonal aber ihr wundersames Werk nicht vollbringen. Elektriker, Installateure, Heizungs- und Lüftungsexperten, Tischler – SpezialistInnen aus verschiedensten Berufssparten halten unsere Spitäler am Laufen. Dabei braucht es oft Kenntnisse über individuelle technische Lösungen, die es nur in Krankenhäusern oder gar nur in einem einzigen Spital aufgrund der langen Betriebsdauer gibt. Kenntnisse, die von externen Dienstleistern kaum erwartet werden können. Diese sind jedoch die größte Konkurrenz am Arbeitsmarkt und fischen diesen leer. Die Krankenhäuser können aufgrund der schlechten und unflexiblen Gehaltsregelungen im öffentlichen Dienst nicht mithalten“, zeigt Binder ein allenorts berichtetes großes Problem auf. „Nicht nur, dass die Grundgehälter bereits von den in der Privatwirtschaft gezahlten Löhnen stark abweichen, kommen im Krankenhaus noch schlechter entlohnte Rufbereitschaften dazu, die die Lebensqualität von Krankenhaus-Technikpersonal gegenüber ihren KollegInnen in privaten Unternehmen zusätzlich beeinträchtigen“, meint Binder.
 
In einer ersten Zwischenbilanz sieht 3. Landtagspräsident Peter Binder daher drei zentral notwendige, dringend anzugehende Schritte: „Es braucht rasch ein neues Entlohnungssystem mit höheren Gehältern und flexibleren Einreihungsmöglichkeiten, um etwa Spezialkenntnisse bei der Belohnung besser berücksichtigen zu können. Zweitens braucht es dringend Maßnahmen, durch die das Arbeiten in Krankenhäuser wieder interessanter gemacht wird. Alle meine GesprächspartnerInnen teilten mir mit, dass sie einem sehr schönen Beruf nachgehen, von dem sie nicht wollen, dass er in der Öffentlichkeit immer nur als belastend oder schlecht dargestellt wird, wiewohl sie sich Verbesserungen und mehr Aufklärung wünschen, damit sich wieder mehr Menschen für ihre Beschäftigung interessieren und begeistern können. Und drittens soll die intensive trägerübergreifende Zusammenarbeit institutionalisiert werden – eine zentralere und direktere Steuerung alle Krankenanstalten durch die Gesundheitspolitik des Landes fordere ich ebenso schon lange, immerhin tragen alleine Land und Gemeinde mit rund einer Milliarde Euro deren Abgang“, so 3. Landtagspräsident Peter Binder, der nach der Tour durch die landeseigenen Krankenhäuser auch die Ordensspitäler besuchen möchte.

Foto: © Land OÖ/Denise Stinglmayr



Copyright 2015. All rights reserved.
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü